Archiv der Kategorie: Beispiele

Weitere energieautarke Beispiele

Autarkie funktioniert nicht nur mit einzelnen Häusern. Vermehrt zeigt sich, dass die selbständige Energieerzeugung nahezu beliebig dimensioniert werden kann. Vom Wohnmobil bis zum Dorf oder der Wohnung in der Stadt.

Anmerkung der Autoren: Zu den nachfolgenden Produkten können wir keine Bewertung abgeben, da wir sie nicht selbst im Einsatz haben, hier zahlt sich eine Produkt-Recherche aus. Wir haben dazu auf unserer Homepage Recherche-Quellen verlinkt.

Wohnwagon

(C) WohnwagonEin wirklich spannendes Projekt kommt aus Wien. Die Leute von Wohnwagon bieten mobile Wagons und Häuser an, die völlig autark/erneuerbar Energie und Wasser bereitstellen können. Der einfachste Weg zur Autarkie!

10 x hochleistungs Module mit 300 Wp Gesamtleistung 3 kWp
5 x Photovoltaikgestell aus Aluminium für je 2 Module
1 x Victron Multiplus 3kW Wechselrichter oder 5 kW
1 x Victron Multi 500 W  Wechselrichter
1 x Victron BlueSolar MPPT 250/160
1 x Victron Venus GX Kommunikationseinheit
1 x BMZ ESS 7.0 nutzbare Energie 5,4 kWh

Wohnwagon-Öfen:
Lohberger LC-75 Z Nennwärmeleistung 8 kW – 4,3 kW wasserseitig, 3,7 kW luftseitig

LEDA Novia W, Nennwärmeleistung 8 kW – 5 kW wasserseitig, 3 kW luftseitig

Microgrid

Im Rahmen des Forschungsprojekts IREN2 ist in Wildpoldsried der erste Inselnetzbetrieb nur mit Hilfe von erneuerbarer Energieerzeugung gelungen. Reale Stromanschlüsse einer Gemeinde wurden im Echtbetrieb vom Stromnetz abgetrennt. Die Häuser wurden vollständig mit Erneuerbaren Energien betrieben.

Quelle: https://www.zfk.de/strom/stromnetze/artikel/erstmals-inselnetzbetrieb-mit-erneuerbaren.html

Weitere Infos: http://iren2.ifht.rwth-aachen.de

Energieautarkie in der Stadt

Das Projekt Solcube von Simon und Manfred Niederkircher aus Wien erfand ein „Plug and Play“ Solarkraftwerk samt Speicher inklusive aller Komponenten (Wechselrichter, Laderegler etc.) https://base.energy

Energieautarkie in der Stadt Teil 2

Peter Ott hat sein netzgekoppeltes Haus mit einem selbst-gebauten Batteriespeicher aus alten Laptops ausgestattet. http://www.oekonews.at/?mdoc_id=1114611

Energieautarke Siedlung

Im deutschen Ruhrgebiet (Herne) entsteht derzeit eine energieautarke Siedlung mit sieben Einfamilienhäusern. Als Speicher dient eine Redox-Flow-Batterie. Strom kommt von der Sonne, die Wärme aus Geothermie- und Luft-Wärme-Pumpen. https://www.zfk.de/strom/artikel/energieautarke-siedlung-fuer-herne.html

Einsiedelei wurde autark

Der Zweitwohnsitz von Michael Singer ist ein abgelegenes ehemaliges Steinbruch-Haus, das nun energieautark ist.
Kraftwerke: 50W Windrad, 250W Windrad, 300W PV 24V plus ein Benzin-Generator für Notfälle, Speicher: 9kWh Hoppecke OPZS, Laderegler: 24V Phocos, Wechselrichter: Studer DC 24V AC 230V Nennleistung 2.200 W mit Laderegler für Generator oder Netzanschluss
Tiefbrunnenpumpe zur Hauswasserversorgung, Regenwasser-Zisterne mit Pumpe, Senkgrube, eine Erweiterung der Photovoltaik-Anlage um 1kWp samt eines weiteren Ladereglers ist geplant.

Stromautarkes Haus von Familie Czezatke

Das Einfamilienhaus der Familie Czezatke versorgt sich großteils aus Erneuerbaren Energien. Die Solaranlage am Dach deckt den gesamten Strombedarf. Beeindruckend ist, dass das Haus bewiesen hat, dass sich ein herkömmlicher Netzanschluss und ein völlig netzunabhängiger Insel-Betrieb nicht ausschließen. Und dass mit einem Schalter um knapp 100,- Euro. Sein Haus wird mit diesem simplen Schalter entweder direkt vom öffentlichen Stromnetz betrieben oder von seinen Batterien. Während des Sommerhalbjahres ist so ein Bezug aus dem Stromnetz völlig unnötig. Mit allen positiven Begleiterscheinungen – Stromausfälle gehen an der Familie spurlos vorbei. Mit entsprechend mehr Solarmodulen wäre eine ganzjährige Netz-Abkoppelung ebenfalls problemlos möglich.

Speicher: geschlossene Blei-Batterie: 70 kWh Blei-Gel Hoppecke, Kraftwerk: 4,5 kW Photovoltaik, Wechselrichter PIP 4048ms MPP Solar. Eigenversorgungsgrad: Rund 60%, mit entsprechend mehr Solarmodulen wäre eine ganzjährige Netz-Abkoppelung ebenfalls problemlos möglich.

Weitere Infos zum Haus der Familie Czezatke: www.oekonews.at/?mdoc_id=1115261

Stromautarkes Haus von Peter Polz

Das Haus des vermutlich besten Offgrid-Spezialisten Österreichs liegt in der Steiermark, ist auf einphasigen Betrieb umgebaut, allpolig vom Netz getrennt mittels eines manuellen Schalters. Wichtig war der Dame des Hauses, dass auch die Waschmaschine, der Geschirrspüler, der Herd u.ä. gleichzeitig funktionieren. Egal ob die Batterie voll ist oder die Sonne scheint. Dadurch wurde die Anlage – vorsichtig formuliert – großzügig ausgelegt.
Speicher: Blei-Panzerplatten, 48V, 200 kWh
Wechselrichter: 2 * 5000 Victron Multiplus einphasig, 10 kVa Nennleistung, 20 kVA Spitze
Kraftwerke – drei PV Anlagen: Einmal 90 Grad Richtung Süden 3,8 kWp, 4,5 kWp – Süd-Ausrichtung (aufgeständert), 5,1 kWp, Westen. Gesamt: 13,4 kWp
Autarkiegrad: 100%
Anmerkung der Autoren: Wir bekommen kein Geld für diese Empfehlung. Anmerken können wir daher guten Gewissens, dass wir sehr viel Know-How für unsere Anlagen-Erweiterungen und zu diesem Buch von ihm erhalten haben.

Energieautarke Berghütte

Die ersten autarken Häuser waren Berghütten. Durch den oft in unwegsamen Gelände kilometerweit entfernten Netzzugang war eine autarke Versorgung von Berghütten immer schon naheliegend und wirtschaftlich sinnvoll. In Österreich gibt es so viele autarke Hütten-Lösungen, dass wohl ein eigenes Buch damit gefüllt werden könnte. Ein besonders gelungenes, erst vor wenigen Jahren realisiertes Beispiel ist die Knofelebenhütte, auf halbem Weg zum Schneeberg-Aufstieg. Auf 1250 m Seehöhe gelegen, versorgt sich die Schutzhütte, die 58 Schlafplätze bietet, primär selbst mit Heiz- und Koch-Wärme vom Holzofen (25 kW). Der Strom kommt von Photovoltaik-Paneelen. Nur nach langen Schlechtwetterperioden springt ein Diesel-Generator kurzfristig ein, um die Batterien wieder zu laden. Daten: PV: 9,7 kWp zur Stromerzeugung, Batterie: 48 Volt, 96 kWh Kapazität, 15 Quadratmeter Solarkollektoren zur Warmwassererzeugung.

Stromautarkes Büro

Eine wirklich elegante Lösung befindet sich in Leobendorf – malerisch gelegen am Fuße der Burg Kreuzenstein in Niederösterreich. Beeindruckend deshalb, weil der Inhaber, Michael Maresch, ein unterbrechungsfreies netz-gekoppeltes Büro samt E-Auto-Flotte nahezu vollständig mit Solarenergie betreibt. Fällt das Netz aus, kann sich das System selbst versorgen. Trotz aller Normen, die dafür notwendig sind. Sollte Maresch einmal keine Lust mehr verspüren, ans öffentliche Stromnetz gekoppelt zu sein (zB. wenn den Netzbetreibern weitere Normen in den Sinn kommen), legt er einfach einen simplen Schalter um und kann den Netzversorger sofort kündigen.

Speicher: derzeit 70 kWh Blei (Hoppecke OPzV), weitere 25 kWh (Hoppecke OPzS) werden in Kürze angeschlossen.

Wechselrichter: 3 x Victron Quattro 10kVA = Output von 3 x 8 kW nominell, 3 x 20 kW Spitzenleistung (60 kW).

Kraftwerke: Solar-Tracker: 19 kWp (Jahresertrag > 28.000 kWh). Süd-Dach: 5,4 kWp auf Fronius AC-Wechselrichter. Süd-Dach: 2,7 kWp auf Victron DC-MPPT-Laderegler. Nord-Dach: 5,4 kWp auf Victron DC-MPPT-Laderegler. Gesamt: 32,5 kWp. Ein Diesel-Generator steht für absolute Notfälle bereit, musste aber noch nie in Betrieb genommen werden. Dieser speist über DC-Wandler direkt in die Batterien ein, da der Wechselstrom aus der Solaranlage nicht nur für die Umwelt besser ist, sondern auch noch eine sauberere Sinuskurve als der Diesel-Generator produziert.

Strom-Autarkie-Grad – auf das Jahr gerechnet: 100% Erzeugung der benötigten Strommenge durch die eigene Solarenergie, von März bis Oktober wird mehr Energie produziert, als verbraucht wird.

Update im Juli 2018: Auch das Carport wurde mit PV bestückt. Die Anlage hat jetzt eine Gesamtleistung von 40 kWp und macht das Büro bilanziell, was den Strombedarf betrifft, damit zu einem „Plusenergie-Büro“.

Das bringt die nähere Zukunft:

Zusätzliche PV-Leistung an der West-Fassade und am Carport: Gesamt 13,4 kWp. Die Solar-Tracker sind auf eine Volleinspeisung bis 2025 eingestellt. Würde er diese schon jetzt an sein System anschließen, was technisch ein minimaler Eingriff wäre, hätte er die Voll-Autarkie bereits annähernd erreicht – und das bei enormen Verbrauchern wie E-Autos, Industrie-Drucker, Klimaanlage & Server. Sollten die Akkus der Elektroautos einmal ersetzt werden, gäbe es die Möglichkeit, diese Akkus als zusätzlichen Hausspeicher zu verwenden.

Energieautarke E-Auto-Batterie-Fertigung

Dass Energieautarkie beliebig groß realisierbar ist, beweist die Firma Kreisel Electric aus Oberösterreich. Im September 2017 wurde die neue Betriebsstätte eröffnet. Die technischen Daten sind überwältigend. Stromerzeugung: 273 kWp Photovoltaik, Speicher: 1000 kWh – ermöglicht einen autarken Vollbetrieb über mehrere Tage bei Stromausfall, ohne Unterbrechung. Kühlung der Maschinen, Heizung der Büroräume: 17.500 l Wasserspeicher, 90m² thermische Solaranlage, drei modulierende kaskadierte Wärmepumpen kombiniert aus Luft und Tiefenbohrung mit 107 kW Leistung. Über den Boden und die Decke wird damit geheizt und gekühlt. E-Tankstellen: 54 Ladepunkte mit 22 kW für E-Autos, zwei Schnellladepunkte 100 kW – somit werden die E-Autos der Mitarbeiter und Gäste durch die selbst erzeugte und gespeicherte Solarenergie geladen.

 

WOHNHAUS FRANZ SPREITZ

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Foto: (C) Stefan Hantsch

Standort: Waldviertel / Niederösterreich

  • 8 Solarmodule Sunowe, 165 Watt, monokristalin, 72 Zellen, südseitige Dachmontage, MC4-Verbindung.
  • Laderegler: Tristar MPPT-60
  • Insel-Wechselrichter: Sinuswechselrichter, DTA-1800, 1800 W / 12 V (vergleichbares – besseres und getestetes – Produkt: Victron Phoenix Compact 1600 W
  • Batterie: 6 Stück 2 V Panzerplatten-Einzelzellen, Hersteller: Varta, Type: 6 OPzS 600, C100 = 890 Ah (C10 = 600 Ah), Einzelzellen in Serie verschaltet für 12 V System
  • Symcon Hausautomationssystem zur Messdatenerfassung und für Lastmanagement
  • 12 Volt Gleichstrom-Verbraucher: diverse LED-Lampen, Ladegeräte für Notebooks / Smartphones, Musikverstärker, Router, Kfz-Zigaretten-Anzünder-Adapter für diverse Geräte
  • 230 Volt Wechselstrom-Verbraucher: Kühlschrank, Umwälzpumpen, Waschmaschine (Warmwasseranschluss), div. Haushaltsgeräte und Elektrowerkzeug, Ladegerät für E-Bike
  • Ethanol-Kocher Dometic Origo

Wochenend-Haus Lukas Pawek

Standort: Ost-Österreich.

Bis Anfang 2017:

  • Ein Solarmodul 225 Watt, Leerlaufspannung: 36,5 Volt, westseitige Dachmontage, MC4-Verbindung.
  • Laderegler: Steca Solarix MPPT 2010
  • Insel-Wechselrichter: Studer AJ 500-12 (500 Watt Dauerleistung, 12 Volt auf 230 Volt)
  • Batterie: 2*6 Volt=12 Volt. Die beiden 6 Volt Blöcke wurden aus Kostengründen zusammengeschalten. Abgesehen von den Kosten sind diese auch aufgrund des jeweils etwa halben Gewichts mobiler. Hersteller: Hoppecke 260Ah solar.bloc, Blei, geschlossenes System.
  • kurze Kabel-Distanz vom Modul zum Laderegler, deshalb nur 4mm2 IBC Solarkabel. Bei einer neuen Montage raten wir zu 6mm2.
  • 12 Volt Gleichstrom-Verbraucher: Elektrische Kühlbox, LED-Glühbirnen mit E-14-Standard-Gewinde, Kfz-Zigaretten-Anzünder-Adapter für diverse Geräte, zB. Dyson Staubsauger mit KFZ-Adapter (wird nicht mehr empfohlen) , Batterieladegerät für NiMH und Lithium-Akkus (zB. für Rauch- oder Kohlenmonixidwarner)
  • 230 Volt Wechselstrom-Verbraucher: Werkzeug-Akku-Ladegeräte zB. für Bohrhammer UneoMaxx, Rasenmäher-Akku-Ladegerät für Bosch Rotak 43 LIWasserpumpe 300 Watt Einhell/Bauhaus, Reiskocher, mit dem diverse Gerichte (Fleisch-/Nudel-/Reisgerichte) gekocht werden. Hinweis: Die Hersteller werden für diese Kochmethode wohl keine Freigabe erteilen. Produkt: Tristar RK-6111. Ein vergleichbares Produkt ist der Tristar RK-6126.
  • Holzofen Celus mit Herdplatten und Backrohr. Ein vergleichbares Produkt wäre dieser Ofen.

Seit Mitte 2017:

  • Zusätzlich zwei Photovoltaikmodule á 270 Watt, seriell verschalten, Leerlaufspannung: 38,4 Volt, westseitige Dachmontage, MC4-Verbindung.
  • Laderegler für die beiden in Serie geschaltenen 270 Watt Module: Victron BlueSolar MPPT 100/30
  • Laderegler für das 225 Watt Modul (s.o.): Victron BlueSolar MPPT 75/15 (ersetzt den Steca-Laderegler).
  • Das 225 Watt Modul wurde auf die Südfassade versetzt und mit einem 6mm2 Solarkabel angeschlossen.
  • Ein Batteriemonitor (Victron BMV 700) wurde installiert. Einerseits um die exakten Batterie-Messdaten zu überwachen und andererseits um den Wechselstrom bei zu geringer Batterieladung abzuschalten.
  • Alle Werte – von der Batterieladung über die Lasten und die Erträge werden seit Juli 2017 mit einem Raspberry Pi über eine mobile WLAN-Verbindung auf einem externen Server im Minuten-Takt mitprotokolliert. Die Daten-Verbindung zwischen den Ladereglern und dem Batteriemonitoren erfolgt mittels jeweils einem (also insgesamt drei) Victron VE.Direct USB-Anschlusskabeln.

Seit Mitte 2018:

  • Der Akkusauger hat sich nicht als ausreichend praxistauglich erwiesen. Gesaugt wird jetzt mit einem – erfreulich flüsterleisen – MIELE Compact C2 Excellence EcoLine SDRP3, petrol (vergleichbares Produkt). Dieser benötigt jedoch meinen größeren Wechselrichter, da die Dauerleistung bei knapp über 500 Watt liegt. Ein Tipp: Gerade im Staubsaugerbereich gibt es fast monatlich bessere Geräte, hier empfehlen wir die Seite topprodukte.at, die ständig aktuell die energieeffizientesten Geräte samt deren Preise zur Verfügung stellt.

Hinweise: Wir empfehlen österreichische oder deutsche Photovoltaik-Module, die ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und lokale Wertschöpfung sowie geringe Transportwege bieten. Und der Steca-Laderegler wurde durch den Victron-Laderegler ersetzt, da dieser eine Datenschnittstelle bereitstellt, um die Ertragswerte mitzuprotokollieren. Grundsätzlich ist der Steca aber auch ein tadelloses Produkt.

Seit Ende 2018:

Eine Victron Venus GX wurde eingebaut, um die Solardaten zu loggen und Steuerungen/Überwachungen zu übernehmen. Die Aufbereitung aller gesammelter Daten wie Stromerzeugung, Stromverbrauch und Batterieladezustand werden übersichtlich und grafisch auf der kostenlosen Victron VRM Plattform aufbereitet.